28.01.2018

von JD-B° RB

Hören ohne Grenzen

Neue Technik verbindet Hörgeräte automatisch mit Smartphone, TV, Audiogeräten

Komfortabel: Jeder hört den Ton vom TV so laut, wie er möchte. Zusatzmodule, die den Ton aufs Hörgerät übertragen, machen das möglich

Entspannt einen Anruf annehmen, obwohl das Mobiltelefon am anderen Ende des Raumes liegt - kein Problem für die Träger eines Hörgerätes. Denn Modelle der neuesten Generation verbinden sich drahtlos mit der Technik des Alltags. Die Technologie ist heute so weit, dass Menschen mit Hörminderung in manchen Bereichen bereits echte Vorteile gegenüber Normalhörenden haben. Lesen Sie, was heute alles möglich ist.

Komfortabel telefonieren: Dieselbe Drahtlos-Technik, wie man sie für die Freisprechanlage im Auto oder das Anschließen von kabellosen Lautsprechern verwendet, bringt Anrufe direkt ins Ohr eines Hörgeräteträgers. "Angenommen oder abgelehnt werden kann das Gespräch per Tastendruck am Hörgerät", erklärt Marco Faltus, Leitung Audiologie beim Hersteller Phonak. Die Hände bleiben frei, Nebengeräusche, etwa auf offener Straße oder in einem Großraumbüro, stören den Nutzer nicht. Diese neuartige Freisprechfunktion ist sowohl bei Android-Betriebssystemen als auch bei iPhone und anderen Herstellern möglich.

Musik und TV ohne Klangverlust: Moderne Hörgeräte verwandeln sich automatisch in klangstarke Bluetooth-Kopfhörer. Möglich macht das ein sogenannter Multimedia-Hub, der es "Audéo B-Direct" ermöglicht, sich mit dem TV-Gerät oder der Stereoanlage zu verbinden und den Klang in Stereo direkt an das Hörgerät zu übermitteln. Diese Plug-and-Play-Lösung hat gleich zwei Vorteile - sie kann von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden und beeinträchtigt nicht den Raumklang. Der Streit um die Lautstärke beim Fernsehabend hat sich damit erledigt.

Bedienung übers Smartphone: Der Hörakustiker stellt die Hörgeräte individuell auf die Bedürfnisse des Nutzers ein, sodass sich die Geräte automatisch an unterschiedliche Hörsituationen anpassen. Manchmal aber ist das Nachjustieren von Hand wichtig. Das funktioniert einfach und unauffällig über eine Smartphone-App. "Besonders für Menschen, die ihre Hörminderung so diskret wie möglich handhaben möchten, ist die Steuerung über das Mobiltelefon ein großes Plus", so Faltus.

Diskretes Design: Selbst herkömmliche Hinter-dem-Ohr-Geräte sind heute so klein, dass sie kaum noch auffallen. Kunststoff in Haut- oder Haarfarbe sowie transparentes Silikon machen das möglich. Darüber hinaus gibt es Geräte, die mehrere Monate im Gehörgang verbleiben und von außen komplett unsichtbar sind. Ebenso wie das Gegenteil: Modelle in auffälligen oder kindgerechten Trendtönen. Weitere Informationen finden Interessierte zum Beispiel unter www.phonak.de.

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