Kipfenberg im Altmühltal, hier waren schon die Römer, Sie auch?

Römer in Bayern? Oh ja, sogar mitten in Bayern. Das Altmühltal war Römerland. Wer mehr über die römische Vergangenheit erfahren möchte, muss auch nicht lange suchen: Das historische Kipfenberg hat unzählige spannende Geschichten zu erzählen. Erstmals urkundlich erwähnt ist der Ort zwar im Jahre 1266 – doch in dieser Region siedelte sich der Mensch schon früh an. Bis heute prägen nicht nur Römer nachhaltig die vielfältige Historie, auch Kelten, Alemannen und natürlich Bajuwaren. Kipfenberg bietet mit seinen 16 Ortsteilen viele spannende Sehenswürdigkeiten wie etwa die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die Burg Kipfenberg und zwei Martersäulen. Die Gemeinde ist mit einem sechs Kilometer langen Waldgürtel malerisch eingebettet im Herzen des Altmühltals.

Die Römer spielten eine große Rolle, sie kämpften gegen Germanen und Bajuwaren um die Vorherrschaft der Region. Beweis dafür ist vor allem der Limes mit seinen Türmen und Castellen: Ein ehemaliger Grenzwall der Römer. Im Jahre 2005 ist der Limes sogar zum UNESCO Welterbe ernannt worden. Seine gut erhaltenen Abschnitte verlaufen im heutigen Kipfenberger Gemeindegebiet. Dieses antike Erbe feiern die Kipfenberger auch jedes Jahr im August mit dem berühmten Limesfest. Mit einem großen Festzug erinnert dann das historische Volksfest an die römische Vergangenheit und die Burgherren des Mittelalters. Aber Kipfenberg hat noch mehr zu feiern: An Fasching zum Beispiel treiben die so genannten Fasenickl, Traditionsgestalten der fränkischen Fastnacht, mit knallenden Peitschen den Winter aus. Zum Osterfest bauen die Kipfenberger jedes Jahr ihren festlichen Osterbrunnen auf dem Marktplatz auf. Als echter Publikumsliebling hat sich inzwischen auch der Day of Bike entpuppt, der Mountainbike-Marathon im September. Wenn Sie Anfang Oktober die Gemeinde besuchen, dann sollten Sie den berühmten „Altmühltalerer Lammabtrieb“ im Ortsteil Böhming nicht verpassen. In Kipfenberg ist also das ganze Jahr über was los.

Zurück zur Zeitreise zu den Römern. Unmittelbar am Limes erwartet Sie nämlich ein absolutes Highlight: das Römer und Bajuwaren Museum. Es ist reich bestückt mit Exponaten und Denkmälern, die alle aus der direkten Umgebung stammen. Übrigens hat das Museum einen ganz besonderen Standort: die imposante Burg Kipfenberg. Die Festung, die heute in Privatbesitz ist, thront malerisch über der Gemeinde und ist eine der eindrucksvollsten des Landkreises. Den ursprünglichen Baubestand stellen der Bergfried (romanisch), die Kapelle (spätgotisch), der Hexenturm (12. und 13. Jahrhundert), der Zwingerturm (gotisch), Teile des Berings (romanisch) und die Vorburg dar; die übrigen Teile wurden im 20. Jahrhundert erneuert.

Nachdem Sie das Museum besucht haben, können Sie sich sogar eigens auf Forscherreise begeben. Wo einst römische Legionäre wanderten, können Sie Geschichte hautnah erleben: Funde aus der Mittelsteinzeit, der Urnenfelderzeit und der Hallstattzeit beweisen, dass auch der Siedlungsboden Kipfenbergs voller Geschichte steckt. Sagenumwoben ist auch der Michelsberg – ein so genannter Bergsporn am Südrand von Kipfenberg und der älteste Kult- und Kulturplatz der Region. Übrigens bietet der Berg einen fantastischen Ausblick über die Altmühltaler Landschaft. Wenn Sie dort eine Tour unternehmen, erwartet Sie neben dem Michelsberg noch weitere Überraschungen, zum Beispiel die geheimnisvolle Höhle bei Attenzell oder sonnige Wacholderheiden, auf denen die Herden des „Altmühltaler Lamms“ weiden. Im Altmühltal können Sie mal richtig durchatmen, die Seele baumeln lassen und die Natur genießen: Wandern Sie im Schambachtal, erobern Sie die Altmühl mit Schlauchboot und Kanu oder erkunden Sie die Natur per Fahrrad auf dem Altmühltalradweg.

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