Kehlheim im Altmühltal

Eigentlich ist die historische Herzogstadt Kelheim so etwas wie die heimliche bayerische Landeshauptstadt – zumindest war sie es in der Tat im zwölften Jahrhundert. Wäre da nicht der Mord an dem Wittelsbacher Herzog Ludwig I. gewesen: Seine Nachfolger verlegten ihre Residenz infolgedessen nach Landshut und später nach München. Auch wenn Kelheim längst keine Hauptstadt mehr ist, strahlt die Stadt noch immer Glanz und Geschichte aus.

Urkundlich erwähnt wurde Kelheim erstmals im Jahre 866. Ab 1180 war Kelheim dann erste Residenz der Wittelsbacher Bayernherzöge. Die historische Altstadt ist mit Teilen der Festungsmauer aus dem 13. und 14. Jahrhundert umgeben. Noch heute sind stattliche Teile der Mauer, vier Befestigungstürme, Abschnitte des Stadtgrabens und die Tortürme erhalten. Jene Türme (Donautor, Mittertor, Altmühltor) bilden übrigens die Zugänge zur Altstadt. Aus dieser Zeit stammen auch der Ludwigsplatz mit dem Alten Rathaus und die Stadtapotheke mit Erker und hebräischem Grabstein. Das Neue Rathaus ist ein im Jahre 1912 umgestalteter Renaissancebau. Sehr sehenswert sind auch Kelheims Kirchen, etwa die Spitalkirche St. Johannes (auch Otto-Kapelle genannt) oder die Franziskanerkirche, die das Orgelmuseum beherbergt. Beliebte Besuchermagneten sind auch der Schleiferturm, der alte Kanalhafen, der unter Denkmalschutz steht, sowie das Weiße Brauhaus – die älteste noch existierende Weißbierbrauerei Deutschlands.

Welch große Bedeutung Kelheim seinerzeit zugesprochen wurde, davon zeugt eine weitere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeit: die weltberühmte Befreiungshalle – das Wahrzeichen Kelheims. Das historische Bauwerk können Sie schon von der Ferne aus erblicken, denn es thront oberhalb der Stadt auf dem Michelsberg. Es war kein geringerer als König Ludwig I. von Bayern, der den Monumentalbau von Baumeister Leo von Klenze errichten ließ – zur Erinnerung an die Befreiungskriege von 1813 bis 1815 gegen Napoleon. 

Die Herzogstadt verfügt über eine äußerst reizvolle Lage und ist idealer Ausgangspunkt vieler schöner Ausflüge: Kelheim – gelegen im gleichnamigen Landkreis in Niederbayern in der Nähe von Regensburg – gilt als Eingangspforte in den idyllischen Naturpark Altmühltal. Zudem vereinigen sich in der Hafenstadt die Flusslandschaften von Altmühl und Donau. Von hier aus starten Ausflugsschiffe zu beliebten Fahrten durch den romantischen Donaudurchbruch – hier erleben Sie ein Naturschauspiel von Wasser, Fels und Wald. Kelheim ist aber auch Knotenpunkt mehrerer Wander- und Radwanderwege. Über Kelheim radeln Sie entlang des Limes (Unesco-Welterbe) auf dem Deutschen Limes-Radweg. An der Schiffsanlegestelle Donau in Kelheim beginnen die drei Hauptwanderwege Donauroute, Waldroute und Weltenburger Höhenweg. Sie führen durch den Donaudurchbruch und dann weiter zum Kloster Weltenburg, das sich in einer Donauschlinge befindet: Das um 620 gegründete Kloster gilt als das älteste Bayerns. Die überwältigende, barocke Klosterkirche wurde von den berühmten Künstlerbrüdern Asam gestaltet. Inmitten der Anlage finden Sie einen der schönsten Biergärten Bayerns. Ein weiteres bedeutsames Kloster können Sie während Ihres Ausfluges inmitten der Felsenschluchten in der malerischen Landschaft des Donautales entdecken: Das Kloster Trauntal mit Höhlenkirche, auch genannt Klösterl im Bruderloch.

Es lohnt sich auch, die Gegend rund um Kelheim näher zu erkunden, denn sie birgt eine enorm geschichtsträchtige Fundstätte: Die Region zählt zu den ältesten Siedlungsplätzen Europas. Hier im Landkreis Kelheim haben einst Neandertaler, Kelten, Römer, Bajuwaren und bayerische Herrscher ihre Spuren hinterlassen. Eine spannende Zeitreisen in die Vergangenheit können Sie vor allem im  Archäologiepark Altmühltal unternehmen. Gelegen zwischen Kelheim und Dietfurt bietet der Park eine ausgeschilderte Route mit fast 40 Kilometer Länge, die Sie zu Fuß oder mit dem Rad erkunden können. An den Stationen, darunter die Frühkeltische Mauer und das Keltentor, erfahren Sie packende Geschichten aus längst vergangener Zeit. Teil des Archäologieparks ist auch das Archäologische Museum, das Sie am Rande der Kelheimer Altstadt im spätgotischen Herzogskasten finden. 1983 erhielt das Museum sogar den Europäischen Museums-Sonderpreis.

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