Dietfurt im Altmühltal

Wenn anderswo Narren „Helau“ oder „Alaaf“ rufen, grölen in Dietfurt Chinesen „Killewau“. Vergessen Sie den Rosenmontagszug in Köln, vergessen Sie die Mainzer Fastnacht, feiern Sie die fünfte Jahreszeit im bayerischen Dietfurt und erleben Sie den einzigartigen Chinesenfasching.  Bereits seit 1928 feiert die Stadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz alljährlich ihren weltberühmten Chinesenfasching – inzwischen mit bis zu 20.000 Besuchern. Selbst Vertreter der chinesischen Regierung haben den Dietfurter Fasching schon mehrmals live erlebt.

Mitten in der Nacht, wenn der Unsinnige Donnerstag gerade mal begonnen hat, verwandelt sich Dietfurt in die Provinz „Bayerisch-China“. Dann regiert der chinesische Kaiser Ko-Huang-Di bis zum Faschingsdienstag über die Stadt. Um 2 Uhr Früh ziehen seine Herolde, die so genannten Gelben Ameisen, lärmend durch die Stadt und verkünden laut „Killewau! Der Kaiser, der Kaiser lebe hoch!“ Der Dietfurter „Nationalfeiertag“ ist eingeläutet. Um genau „13:61 Uhr“ beginnt der große Faschingsumzug mit etwa 50 Gruppen – Höhepunkt ist immer der große Drachenwagen.

Inzwischen erobern die Chinesen die Stadt an der Altmühl aber auch im Sommer: Dietfurt feiert seit 2010 jedes Jahr den Bayrisch-Chinesischen Sommer mit viel Musik, einem Altstadtlauf und bayrisch-chinesischen Schmankerln. Dass die asiatische Kultur den Dietfurtern zusagt, macht sich mittlerweile auch in ihrem Alltag bemerkbar: Seit 2007 gibt es in der oberpfälzischen Stadt chinesische Kurse, beispielsweise in Bailong Ball, sowie das Symposium Medizinisches QiGong.  Kaum zu glauben, aber sogar das Dietfurter Franziskanerkloster ist chinesisch eingefärbt: Hier im Meditationshaus des Klosters gehen die Franziskaner seit 1977 den Zen-Weg. Das Haus ist quasi das älteste „christliche Zen-Kloster“ im deutschsprachigen Raum.

Natürlich ist Dietfurt mehr als nur „Bayerisch-China“. Den 1109 erstmals urkundlich erwähnten Ort nennt man auch Sieben-Täler-Stadt, denn Dietfurt liegt inmitten der herrlichen Oberpfälzer Jura wo fast sternförmig die sieben Täler zusammen treffen. Hier fließen aber auch sieben Wasser zusammen – erkunden können Sie diese auf den Dietfurter Wasserwegen. Schon im Altmühltal begegnet Ihnen eine erste Sehenswürdigkeit: Das Schloss Wildenstein thront bei Dietfurt hoch auf einem bewaldeten Jurafelsen, ein prächtiger Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert. Auch innerhalb der beschaulichen Stadt entdecken Sie sehenswerte Gebäude: Seit dem 15. Jahrhundert ist Dietfurt umgeben von einer mittelalterlichen Mauer. Von ursprünglich zehn Wehrtürmen sind noch heute sechs erhalten. Das historische Rathaus stammt aus dem Jahr 1479. Die Stadt beherbergt überdies eindrucksvolle Gotteshäuser, darunter die barocke Stadtpfarrkirche St. Ägidius, das bereits angesprochene Franziskanerkloster und die Wallfahrtskirche „Zu den Drei elenden Heiligen“ im Ortsteil Griesstetten.

Wer in Dietfurt Urlaub macht, hat die Qual der Wahl: In dem staatlich anerkannten Erholungsort können Sie sowohl entspannen als auch Aktivurlaub machen. Hier können Sie zum Beispiel Wandern, Radeln, Bootfahren, Schwimmen, Reiten, Tennis oder auch Kegeln. Wenn Sie Lust auf Badespaß haben, besuchen Sie das Siebentäler-Freibad mit Wasserrutsche und mehreren Freizeiteinrichtungen am Südhang des Weinberges.  

Die Gegend in und um Dietfurt ist reich an Kultur und Geschichte! So verfügt die Stadt über drei Museen: Das Heimatmuseum, das Altmühltaler Mühlenmuseum – die letzte laufende Mühle im Altmühltal – und das Museum im Hollerhaus mit Ausstellungen über Landschaftsgeschichte und Kanalbauten. Dort stoßen Sie auch auf das keltische Erlebnisdorf Alcmona. Besonders sehenswert ist auch das Naturdenkmal Mühlbachquellhöhle – ein riesiges Höhlensystem im Berg, das Sie bei Mühlbach finden. In der Gegend um Dietfurt, im Naturpark Altmühltal, existierten vorgeschichtliche Siedlungen der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit. Dort können Sie im Archäologiepark in die Welt unserer Vorfahren eintauchen.

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